Indizierung PDF Drucken E-Mail

Scarface ist heute nur in einer stark gekürzten Fassung frei verkäuflich. Diese DVD ist FSK 16, also ab 16 Jahren erhältlich. Die Uncut-Version in deutscher Sprache ist indiziert, darf in Deutschland also nur „unter der Ladentheke“ verkauft werden. Diese enthält dann aber auch die vollständige Kettensägen-Szene und ist mit einer Länge von 163 Minuten deutlich länger als die geschnittene Version.

 

Geschnitten wurde vor allem die Szene, in der Angel von den Kolumbianern mit der Kettensäge zerteilt wird. Da Brian De Palma die Szene ganz im Stile des großen Alfred Hitchcock gedreht hat, ist vom eigentlichen Mord nichts zu sehen. Nur die Schreie und das umherspritzende Blut allein entfalten schon Wirkung genug. Nach heutigen Maßstäben ist diese Zensierung jedoch zumindest in Frage zu stellen, da es durchaus schlimmere Gewaltszenen auch in anderen Filmen des gleichen Genres gibt, die nicht zensiert wurden. Auch war es damals eher üblich, Gangsterfilme im Stile des Film noir à la „Der Pate“ darzustellen. Die unflätige, aggressive Sprache und die Verherrlichung Schwerstkrimineller trugen auch ihren Teil dazu bei, das Scarface indiziert wurde.

 

Dies zeigt jedoch, dass die Zensoren De Palmas Intension völlig missinterpretierten, denn dass Ende ist in dieser Hinsicht völlig unzweideutig und zeigt Tod und Verderben für Tony, seine Freunde und vor allem seine Familie.

 

FSK:

Die „Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ (FSK) stuft in Deutschland die Filme nach Altersstufen ein. Sie ist eine reine Freigabe, keine Empfehlung, die den betreffenden Film für eine bestimmte Altersgruppe als besonders geeignet erscheinen lässt.

 

SPIO/JK ist ein alternatives Gutachten zu Filmen, die nicht von der FSK geprüft werden oder wurden. Bei der JK handelt es sich um eine Juristen-Kommission der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), die solche Filme daraufhin untersucht, ob strafrechtliche Bedenken bestehen, oder gar ein Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz gegeben sein könnte.